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Chillen im Wallfahrtsort Aglona

Basilika von Aglona
Basilika von Aglona

Gestern sind wir in Aglona, Lettland angekommen. Eine zweitägige Auszeit vom Fahren. Der Wallfahrtsort liegt auf einem schmalen Landstreifen zwischen zwei Seen. Die nahe Opferinsel, der Teufelssee, das Schloss Madelan und die umgebenden Kiefernwälder machen Aglona zu einem beliebten Ausflugsziel. Traditionell verbringen auch viele Familien aus Russland ihre Sommerferien hier.

Wir übernachten sehr ruhig an einem einsamen(!) See auf einem familiengeführten Campingplatz. Allerdings hat uns der für Wohnmobile vorgesehene Stellplatz nicht gefallen. Eine trockene Wiese oberhalb des eigentlichen Geländes. Nur ein eingeschränkter Blick auf den See. Gefühlt irgendwie außerhalb. Da noch kaum Gäste da sind, haben wir unsere WoMos zwischen die kleinen Holzhütten gestellt. Mit Blick auf den See. Nur unser Guide Eva blieb mit Mann und Sohn „oben“ stehen. Wir dürfen Strom aus den Hütten abzapfen und deren Toiletten und Duschen benutzen. Wirklich sehr nett. Duschen sind auch wichtig. Es ist drückend heiß. Gestern Abend gab es ein Buffet mit hausgemachten lettischen Spezialitäten. Frauchen meinte sehr lecker. Heute Abend wollen die Mobilisten gemeinsam grillen. Ob vielleicht ein Stück Wurst herunterfällt? Da werden bestimmt noch Fotos von der dekadenten Völlerei nachgeliefert.

 

Die Basilika und die NS-Zeit

Im Jahr 1699 gründete der Dominikanerorden in Aglona ein Kloster. Das Gnadenbild "Unsere Liebe Frau von Aglona. Dieses bedeutend ältere Gnadenbild brachten die Dominikaner vermutlich aus Litauen mit. Da es immer mehr Pilger anzog, wurde von 1768 bis 1780 die heutige Basilika Mariä Himmelfahrt errichtet. Sie erhielt als Wallfahrtskirche den seltenen Titel eines internationalen Heiligtums sowie einer Basilica minor. Bei der Basilika gibt es eine Quelle mit für Gläubige heilendem Wasser.

 

Nach der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg ermordete am 22. August 1941 das "Rollkommando Hamann" (benannt nach dem SS-Sturmbannführer Joachim Hamann)  in Aglona 269 Männer, 227 Frauen und 48 Kinder als „Geisteskranke“. Wenn dann deutsche Politiker die Nazi-Zeit als einen „Vogelschiss in der Geschichte“ bezeichnen und von einer „Schuldneurose“  schwafeln, wird Frauchen und mir speiübel. 

 

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Aglona  und über die Basilika  https://de.m.wikipedia.org/wiki/Basilika_Mari%C3%A4_Himmelfahrt_(Aglona)

Campingplatz: www.aglonasalpi.lv/

 

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